Berliner Pflichttermin im September war früher und ist dieses Jahr wieder: die Bread & Butter.

Die Atmosphäre

Es ist wohl die Mischung aus Mode, Trends, dem Party-Messe Gefühl in entspannt abgerocktem Berlin-Flair; das trotzdem Show-Kompetenz und große Bühne atmet. Als inspirierender Schmelztiegel ein Umfeld in das man sowohl zum In-Magazin Interview laden kann, aber eben auch mit Teenager-Kindern drüber spazieren kann. Vor allem wird jenseits der penibel strahlenden Laufstegen und Promo-Bühnen das Wilde, Künstlerische zelebriert.

Die Charaktere

Und noch etwas haben alle gemeinsam; etwas das die Gesichter der Modezirkus genau so gut kennen wir ihre treuen Eleven, die Besucher, die Käufer, die Begleiter, die Teilhaber. Die Selbstverliebtheit. Das Um-sich-selbst-Kreisen. Das nie übersteigerte Ich.
Darf ich vorstellen: Narzissten! Allesamt.

 

Der Katalysator

Narzissmus ist der Kitt, der Events wie diese, ja vielleicht die ganze Branche fest zusammenhält.
(Und genauso schnell zerfallen lässt, er sich mit einem Wimpernschlag in tiefe Depression wandelt. Eine Abscheu und Ablehnung des bis zur Unkenntlichkeit inszenierten Selbst.)

Und ohne das zu werten, fasziniert mich etwas ganz anderes: die penibel geplante und schonungslose Geschäftsmäßigkeit, mit der genau darauf abgezielt wird. Es wird getanzt, fotografiert, tätowiert, genäht, gestaltet, Profil über Profil kreiert, Daten gesammelt, in Skatepark und in Plexiglasbox mit Accessoires und Geld gewirbelt, was das Zeug hält. Denn dies (und vielleicht nur das) garantiert, dass alle kaufen, mitmachen, mitspielen, nicht fragen, “like” klicken, von zu Hause weiterkaufen und auf jeden Fall wiederkommen.

Das Geschäft

Es ist die Suche, die Sucht einer ganzen Generation. Nichts ist den Digital Natives und den digital Affinen und eigentlich allen Social Media Nutzern lieber und vertrauter; als das aufpolierte Bild, das man von sich selbst vermittelt. Am liebsten 24/7 x 365.

Fame. Ruhm. Oder besser: Attitude, Ruhmgebaren – es geht heute nicht mehr darum, wirklich berühmt und geschätzt zu sein. Fast gleichwertig ist

Der Narzissmus ist das Paradigma. Der Puritaner ist überwunden; bescheiden und fromm war gestern. Es wird geklotzt was, das Zeug hält, zur Not mit fremdem Klunkern und Geschichten. Der Narzissmus setzt unglaubliche Kräfte frei, Gemeinsamkeiten zu finden, Gemeinschaften zu bilden und die Loyalität und das Engagement treuer Kunden.

Diese Lifestyle-Monetarisierung gepaart mit Technologie-Affinität und Sorgfalt ist wahnsinnig konsequent und gekonnt umgesetzt. Ein echtes Lehrstück.

Crash-Kurs “How to Market your new Business Model”? Bread&Butter! Nächstes Jahr wieder!