(Literaturhistorisches) Tarnschriften: Wider die Zensur!

Tarnschriften und Zensur – damals und heute

Während im Kontext der digitalen Medien gerade darüber sinniert wird, dass Social Plattformen als nur vermeintliche Orte der freien Meinungsäußerung eigentlich ihr größtes Problem sind (The American Scholar – Stress Test for Free Speech, 4. September 2018); stieg vor 80 Jahren aus einer ähnlichen Fragestellung ein eigene Literaturform auf: die Tarnschrift.

Gesellschaftlich engagiert und mit direktem Aufruf zur Vernetzung, Politi- oder Radikalisierung bewegte sie sich nach damals geltenden Gesetzen und auch hinsichtlich des persönlichen Risikos für die Verfasser und Leser absolut im Grenzbereich.

Sowohl die >>Deutsche Nationalbibliothek, als auch die >>ZVAB haben in Galerien verblüffende einfallsreiche und anrührende Beispiele gesammelt.

Unser heutiges Zensur-Problem ist, wie durch den eingangs erwähnten Artikel eindrucksvoll belegt wird, nicht die Unterdrückung der Rede. Sondern im Gegenteil ein nicht steuerbares Übermaß der freien Rede, das Aufmerksamkeit abzieht und ablenkt, und Wahrheit und Vertrauen  bis zur Unkenntlichkeit verdreht.
Was könnte eine Tarnschrift der heutigen Zeit, sozusagen ein konträres  Clickbaiting sein?